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Haus Eiche und Pflegeoase

Die Tagesgestaltung in Haus Eiche

Eine verlässliche Tagesstruktur ist für Menschen mit Demenz sehr wichtig. Es gibt in Haus Eiche feste Strukturen, ohne individuelle Bedürfnisse einzuschränken. Das gemeinsame Mittag- und Abendessen und das nachmittägliche Kaffee trinken bieten Orientierung im Tagesablauf. Zeit für das Frühstück besteht dagegen während des gesamten Vormittags, um den Bewohner*innen ihre individuellen Gewohnheiten zu lassen. Frühaufsteher bekommen ihr Frühstück ebenso wie Bewohner*innen, die gern länger schlafen.

Auch die Angebote der Sozialen Betreuung dienen der Strukturierung des Tages. Am Vormittag und am Nachmittag machen die Mitarbeiterinnen der Sozialen Betreuung Beschäftigungsangebote. Einmal in der Woche wird auf jeder Wohngruppe gemeinsam gekocht. Jede*r Bewohner*in, der*die kann und möchte, kann sich am Kartoffeln schälen und Gemüse klein schneiden beteiligen oder auch einfach nur dabeisitzen und Alltag erleben.

Nach  dem Abendessen gibt es ebenfalls Angebote, um den Tag abzuschließen. Das kann ein Nachtcafé mit unterschiedlichen Aktivitäten sein oder auch ein abendliches Ritual wie das Singen von Abendliedern, das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte oder das Abendgebet. 

Ein Tag in Haus Eiche von Frau Meyer 

Ich wache auf und bemerke, dass es draußen schon hell ist. Da klopft es auch schon an meiner Tür und Schwester Maria kommt ins Zimmer. Sie wünscht mir einen guten Morgen und öffnet die Vorhänge, damit es hell wird im Zimmer. Sie sagt mir, dass heute Mittwoch ist. Schwester Maria hilft mir aus dem Bett und unterstützt mich bei der morgendlichen Pflege. Dann begleitet sie mich zum Frühstückstisch im Gemeinschaftsraum. Da sitzen schon einige meiner Mitbewohner*innen, so dass ich beim Frühstück Gesellschaft habe. Schwester Maria fragt mich, was ich gern zum Frühstück hätte und bereitet mir alles vor. Sie schenkt mir Kaffee ein, aber mir ein Brötchen zu schmieren und zu belegen bekomme ich noch allein hin.

Später werde ich ins Foyer begleitet. Dort findet die Sitzgymnastik mit den netten Damen vom TSV Aufderhöhe statt. Die Bewegung tut mir sehr gut und es wird viel zusammen gelacht. Nach der Gymnastik habe ich mir mein Mittagessen redlich verdient. Ich kann mir von den verschiedenen Speisen, die aus der Küche geliefert wurden, das aussuchen, worauf ich am meisten Lust habe.

Ich ruhe mich nach dem Mittagessen ein wenig auf meinem Bett aus. Zu Hause habe ich immer auf dem Sofa ein Nickerchen gemacht, aber das Sofa im Wohnzimmer ist schon von Frau Lehmann belegt.

Pünktlich zum Kaffee trinken werde ich wieder aus meinem Zimmer begleitet. Und danach geht es wieder ins Foyer, denn dort spielt heute Herr Weiß auf dem Klavier. Bis alle versammelt sind, spielt Herr Weiß verschiedene bekannte Melodien. Dann sind wir Bewohner*innen gefragt. Wir bekommen Liederhefte und singen zur Begleitung des Klaviers Volkslieder. Eigentlich brauche ich kein Liederheft, denn die meisten Lieder kann ich auswendig singen.

Weil das Wetter schön ist, gehe ich nach dem Singen ein wenig im Garten spazieren, um mir vor dem Abendessen die Beine zu vertreten. 

Kurz vor dem Abendessen riecht es auf der Wohngruppe schon sehr appetitlich. Schwester Claudia brät mit Speck und Zwiebeln die Kartoffeln, die vom Mittagessen übrig geblieben sind. 

Nach dem Abendessen versammeln wir uns mit Schwester Bettina in der Sofaecke. Wir unterhalten uns heute über das Thema Handarbeiten. Da kann ich mitreden, denn ich habe immer gern gestrickt und gehäkelt. Zum Abschluss des Abends liest uns Schwester Bettina noch eine Geschichte vor und spricht ein Abendgebet mit uns.

Pfleger Michael begleitet mich in mein Zimmer, hilft mir dabei, mich bettfertig zu machen und mich ins Bett zu legen. Liebevoll deckt er mich zu und wünscht mir eine gute Nacht.

 

So oder so ähnlich kann ein Tag in Haus Eiche aussehen. Aber im Zusammenleben mit Menschen mit Demenz ist jeder Tag anders. Aktivitäten, die an einem Tag reibungslos ablaufen und den Bewohner*innen viel Freude bereiten, lassen sich an einem anderen Tag gar nicht wie geplant durchführen. Da gilt es, unruhige Bewohner*innen zu beruhigen, traurige zu trösten, mit Bewohner*innen, die sich partout nicht davon abhalten lassen, das Haus zu verlassen, eine Runde durch den Park zu gehen und, und, und…

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